So geht’s: openELEC/KODI auf Raspberry PI einrichten (Media Center PC) – Teil 1/2

Anleitung über die Installation und Einrichtung von openELEC/KODI, unterstützendes Zubehör, Einrichtung der Netzwerkfreigaben, Quellen, Inhalte und Zugriff für Medien, Verwendung einer NAS und Addons.

1. Vorgeschichte
2. Vorbereitungen
3. Download openELEC/Kodi
4. Installation von openELEC auf der Speicherkarte
5. KODI | Der erste Bootvorgang
6. KODI | Einrichtungs-Assistent


Monatelang lag mir ein Kumpel in den Ohren, ich solle mir doch endlich einen Raspberry PI anschaffen und endlich dessen Vorzüge im Bezug auf ein anständiges Media Center nutzen – immer wieder entschied ich mich dagegen. Wieso? Weil ich eigentlich der Typ bin mit dem Motto „Never change a running system!“ Doch manchmal muss man Dingen eine Chance geben – heute bin ich froh, dass ich dem Raspberry PI genau diese Chance gab. Denn heute habe ich schon gleich 4 im Betrieb, davon 3 Stück als Media Center im 24/7 Dauerbetrieb.

1. Vorgeschichte
(Kann, wer es nicht wissen mag, übersprungen werden, ist nicht relevant…)

Fangen wir etwas weiter vorne an. Ich bin, wie soll ich sagen, ein kleiner Film- und Serienjunkie. Ich habe davon abgesehen schon jahrelang eine anständige Mediensammlung von Filmen, Serien, privaten Videos, Musik, Fotos etc. Mein derzeitiges Blu-ray Regal umfasst an die 400 Filme, trotzdem ist es immer etwas unbequem, diese abzuspielen. Viel einfach wäre es doch, eine Kopie im Netzwerk zu haben und via Media Center PC darauf zugreifen zu können. Genau das selbe beim Rest, wie Musik und den ganzen Fotos. Wer mag sich das heute noch auf dem PC anschauen, wenn es bezahlbare Full HD-TV’s gibt?! Niemand.

Bei mir fing zuerst alles so richtig mit einer QNAP Nas an, welche ich mir vor etwa 2 Jahren kaufte. Diese QNAP Nas, Modell TS-412, umfasst nun 4 Festplatten mit insgesamt 12TB Speicherkapazität, worauf sich all meine Daten befinden. Ganz egal ob es sich dabei um Medien, private Dokumente oder Dinge von und für die Arbeit handelt. Mein QNAP bildet sozusagen der Knotenpunkt meiner Wohnung und ist via LAN-, WLAN und PowerLAN mit so ziemlich jedem Endgerät verbunden und läuft im 24/7 Dauerbetrieb. Ich kann also jederzeit von jedem Gerät bequem darauf zugreifen, ganz egal ob via DLNA Medienserver oder Netzwerkfreigabe. Und dies sogar über Internet, ganz egal wo ich auch sein mag.

Ach Gott, wie genervt ich damals immer war, wenn man Daten auf USB-Festplatten immer neu hin und her kopieren musste, um sich z.B. ein Film anschließend am TV anschauen zu können. Aber auch fertige Lösungen, wie z.B. einem „Festplatten-Netzwerk-Multimediaplayer“ waren für mich nie zufriedenstellend – es fehlte immer was oder machte irgendwo Probleme. Selbst Produkte wie AppleTV, Cromecast und fireTV habe ich alle getestet – aber immer wieder musste man hier und da Kompromisse eingehen oder ganz verzichten.

Mit den neueren Smart-TV’s war der Zugriff von solchen Geräten ja auch mit der Zeit wirklich gut und einfach geworden. Hatte man jedoch noch ein älteres Gerät ohne Smart-TV-Funktionen, hatte man das Nachsehen. Ich selbst habe die Funktionen, welche ein Smart-TV heutzutage bietet, aber wirklich 100% zufrieden war auch ich damit nie. Wieso also nicht endlich eine Lösung, mit der jeder etwas anfangen kann? Die gibt es, den Raspberry PI!

Und ich zeige euch hier, wie aus einem Raspberry PI ein vollwertiger Media Center PC entsteht. Aufgrund meiner jahrelangen Erfahrung kann ich an dieser Stelle sagen: Ich war noch nie so zufrieden!

2. Vorbereitungen

Zuerst einmal brauchen wir einen Raspberry PI, ganz egal welches Modell. Der aktuelle, Raspberry PI2 (Modell B) ist natürlich das Beste, da es im Vergleich zum PI 1 B+ deutlich mehr Leistung hat. Dies war für mich auch der Grund, wieso ich bei mir letztendlich alle alten Modelle durch die neuste Generation ersetzt habe.

Wer noch gar keine Ahnung haben sollte, was er überhaupt braucht, sollte sich vorab hier mal einen kleinen Überblick verschaffen. In diesem Beitrag erkläre ich, was man alles benötigt und wie einfach das „zusammen basteln“ ist. Das ist der klitze kleine Nachteil – man muss sich selbst zurecht finden.

Ansonsten brauchen wir nun erst einmal nur eine leere Speicherkarte für unser Media Center System. Jetzt ist es wichtig, die richtige Göße und den Typ der Karte zu wählen. Auf alte Karten sollte man verzichten, da Kodi, unser System welches wir darauf installieren möchten, realativ anfällig auf ältere Karten reagiert. Abgesehen davon muss man sich nun überlegen, was denn alles auf die Karte drauf soll. Bei mir ist es z.B. nur das System mit ein paar Addons, alle anderen Daten wie Medien lagere ich sowieso extern auf einer NAS aus. Falls man also eine externe Festplatte (USB), ein NAS (LAN) oder eine Netzwerkfreigabe worauf auch immer nutzen möchte, reicht eine 8GB SD Karte locker aus. (Kleinere Karten gibt es in den neueren Generationen kaum noch…) Will man aber Medien auf die Karte packen, sollte man vorsorgen. Ich kann davon jedoch nur abraten. Lieber einen externen Datenträger nutzen, selbst wenn es sich dabei nur um einen USB-Stick handelt.

Meine Empfehlung der Speicherkarte:
SanDisk Ultra microSDHC Class 10 mit 8GB
http://amzn.to/28YmWs3


3. Download von openELEC/Kodi

Zunächst benötigen wir die Software vom „Betriebssystem“, openELEC.
Wir benötigen das Diskimage, für unsere Speicherkarte:
http://openelec.tv/get-openelec

Wichtig ist, sich das richtige Image zu laden! Die Strukturen von Raspberry PI 1 und dem Raspberry PI 2 unterscheiden sich, also unbedingt beim Download darauf achten, welches Modell verwendet wird. Sonst wird der Raspberry PI am Ende nicht booten! ;)


4. Installation von openELEC auf der Speicherkarte

Das heruntergeladene Image muss nun eventuell zuerst entpackt und anschließend auf unsere leere SD Karte übertragen werden. Ich persönliche nutze dafür das kostenlose und zuverlässige Programm Win32 DiskImager. Damit spielen wir das Image von openELEC ruck zuck auf unsere SD Karte auf. (Image to Device)

Download Win32 Disk Imager:
http://bit.ly/L8JdYG


5. KODI | Der erste Bootvorgang

Eine Tastatur sowie ein Netzwerkkabel zu einer aktiven Internetverbindung sollte zwingend angeschlossen sein, alles weitere kann vorerst einmal warten.

Nun stecken wir die SD Karte in unseren Raspberry PI und starten den Bootvorgang, indem wir ihn mit Strom versorgen. Beim ersten Bootvorgang wird die Karte noch vom Dateisystem korrekt angelegt und ggfs. folgt daraufhin direkt ein Neustart. Anschließend sollte der Bootvorgang ohne weiteres bis zum Einrichtungs-Assistenten von Kodi komplett durchlaufen.


6. KODI | Einrichtungs-Assistent

Zuerst einmal merken wir uns den Usernamen “root” sowie das Passwort “openelec”, da wir dies in Zukunft ggfs. benötigen. Man sollte sich das einfach mal im Hinterkopf behalten.

Nach erfolgreichem ersten Bootvorgang landen wir direkt im Einrichtungs-Assistenten von Kodi. Einfach kurz warten, bis dieser sich automatisch öffnet. Hier werden nun zuerst einmal die wichtigsten Einstellungen vorgenommen:

Zuerst einmal stellen wir die gewünschte Sprache auf Deutsch, bzw. German. Nach Klick auf Weiter vergeben wir dem System einen Namen oder belassen es bei „OpenELEC“. Anschließend richten wir ggfs. unsere Netzwerkeinstellungen ein, bei angeschlossenem Netzwerkkabel muss hier nichts vorgenommen werden. Im nächsten Schritt aktivieren wir beide Dienste, SSH sowie auch Samba. Danach ist die erste Einrichtung erst einmal abgeschlossen.

Jetzt können wir auch direkt schon unsere gewünschte Quellen hinzufügen, ganz egal ob es sich dabei um externe Datenträger, einen Netzwerkfreigabeorder oder um eine NAS handelt. Wer es noch einfacher mag, greift damit einfach auf seinen DLNA-Medienserver zu. Und wie das klappt, zeige ich im nächsten Teil.

Hier geht’s weiter mit Teil 2



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4 Gedanken zu „So geht’s: openELEC/KODI auf Raspberry PI einrichten (Media Center PC) – Teil 1/2“

  1. Hallo Matthias,
    finde es klasse, was Du hier alles schreibst. Das Thema RaspPi interessiert mich nämlich brennend und werde bald damit starten. Denke, mit Deinem Blog fällt mir der Einstieg auch entsprechend leicht! Danke dafür!
    Viele Grüße aus LU
    Thorsten

  2. Ich habe ein Problem beim Überspielen bzw Installieren von OpenELEC auf der SD Karte: Meine SD Karte hat im Moment 32 GB, also effektiv etwa knapp 29 GB, sie ist leer und auf FAT32 formatiert. Nun wähle ich das entsprechende Image im WinImager aus und installiere es auf die SD Karte, plötzlich hat die Karte nur noch 255 MB, davon sind 150 MB belegt. Sie ist auf FAT formatiert und auch nach mehreren Versuchen ist es immer wieder runter gegangen von 32GB auf 255 MB … Ich steig nicht durch wieso ?! Hast Du eine Idee?

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