So geht’s: Audi A4 B9 Avant – Audi Sound System (ASS) verbessern – Dämmung und Subwoofer Upgrade

Für mich ist das „Audi Sound System“ (ASS) serienmäßig im neuen Audi A4 B9 Avant eine totale Enttäuschung gewesen. Wenig Bass, keinerlei Druck/Dynamik beim Klang – und alles rappelt ohne Ende. Wer Wert auf einigermaßen guten Klang legt, muss hier selbst nachhelfen. Ich zeige dir, was nötig ist, um das ASS aufzuwerten – damit es wieder Spass macht, Musik zu hören.

Kein Druck, keine Dynamik, dafür aber jede Menge Nebengeräusche durch Vibrationen – so macht das Musik hören nun wirklich keinen Spass. Nachdem ich bereits meinen alten Audi A3 8P mit Bose-System deutlich aufwerten konnte – nachdem ich viel Arbeit mit Dämmung in Kauf nahm – so war hier auch schnell für mich klar, dass dies auch zwingend im neuen A4 diese Arbeit nötig war, um das bestmögliche aus dem „ASS“ (Audi Sound System) heraus zu holen. Und der Unterschied von vorher/nachher ist so enorm, dass ich es nicht in Worte fassen kann, ehrlich! Die Kosten und die Arbeit war es defintiv Wert, ich kann’s nur jedem empfehlen.

Ich hab natürlich alles wieder festgehalten, um hier ausführlich darüber berichten zu können. Solltest Du also auch dein ASS aufwerten wollen, bist Du hier genau richtig.


  1. Problemkind: Das Audi Sound System im A4 B9 Avant
  2. Einkaufsliste (Dämmung)
  3. Nötige Reparaturleitfäden (optional)
  4. Anleitung zum Umbau (Dämmung)
  5. Der verbaute Original-Subwoofer (passiv)
  6. Subwoofer Upgrade (aktiv)
  7. Schlusswort/Fazit

1. Problemkind: Das Audi Sound System im A4 B9 Avant

Das Audi Sound System im Audi A4 B9 ist so ein Mittelding zwischen der 0815-Serienanlage und dem „hochwertigen“ B&O-Soundsystem. Das ASS ist im Vergleich zur Serienausführung deutlich besser, aber ganz klar hat das B&O noch mehr zu bieten, keine Frage. Ich konnte es mir in meinem Fall leider nicht aussuchen, also musste ich das Beste darauß machen. Bereits bei der Probefahrt bemerkte ich, dass es vor allem an Bass, Druck und Dynamik fehlt. Aber wer nicht direkt zwei linke Hände hat, kann da problemlos selbst nachhelfen.

Am schlimmsten jedoch empfand ich drei Dinge:

  1. Die Vibrationen im Fahrzeug durch laute Musik waren so stark, dass einfach alles anfing zu rappeln. (Türen, Verkleidung etc.) – und das nervte tierisch!
  2. Es fehlte an Dynamik, das gesamte Klangbild war ein Witz.
  3. Je lauter die Lautstärke, umso weniger Bass und Tiefen kamen raus. Mag für den einen ausreichen – für mich keinesfalls!

Es war klar, dass da etwas passieren muss…

Nach einem Besuch bei einem HiFi-Spezialist meines Vertrauens haben wir dann schnell heraus gefunden, dass der DSP (Digital Sound Prozessor) vom ASS ganz gezielt trickst, indem er je nach Lautstärke die Höhen, Mitten und Tiefen „verfälscht“. Das kann man relativ gut nachvollziehen, wenn man die Lautstärke nach und nach erhöht und sich das gesamte Klangbild enorm verändert. Ich denke, das hat AUDI bewusst so gemacht, um die verhältnismäßig kleinen Lautsprecher in Türen und auch im Subwoofer bestmöglich zu befeuern. Und trotz der Tatsache, dass bei höhrern Lautstärken unten rum viel Bums verloren ging, vibrierte und rappelte trotzdem alles…

Ich stand letztendlich vor der Wahl: Entweder, ich lasse alles komplett vom HiFi-Spezialist umbauen, sprich neue Endstufe, neue Lautsprecher in Türen, einen neuen Subwoofer im Kofferraum sowie nötige Dämmung und bezahle dafür 1.600 bis 2.000 EUR – oder ich probier erst einmal selbst, was rauszuholen ist.

Ich hab mich dann dafür entschieden, selbst dafür zu sorgen, dass es besser klingt. Infolge dessen plante ich ein neues Front- und Hecksystem von ETON, die gesamte Dämmung der Karosserie sowie einen neuen Subwoofer.

Zuerst habe ich mir neue Lautsprecher von ETON verbaut, vorne und hinten. Doch statt einer Besserung wurde der Sound damit noch schlechter. Lag aber nicht an den Boxen selbst, sondern einfach an der zu schwachen Endstufe. Und diese ist angesichts des DSP eben exakt auf die serienmäßigen Lautsprecher vom ASS abgestimmt. Kannte ich auch schon so von meinem alten A3 8P mit Bose-Soundsystem, dort habe ich ähnliche Erfahrung gemacht. Kann an dieser Stelle also nur von neuen Lautsprecher abraten, ohne dass auch die Endstufe etc. geändert wird! Meine ETON’s gingen wieder zurück, weil die Serienlautsprecher, so billig sie auch sein mögen, um Welten besser klingen. Sie sind eben auf die Endstufe und den DSP gut abgestimmt. Klanglich wirklich besser!

Auch beim Subwoofer erging es mir ähnlich, erste Test’s, den originalen Subwoofer durch einen besseren zu ersetzen, verlief ganz und gar nicht wie erhofft, ganz im Gegenteil. Selbst mit einem aktiven Subwoofer und der Übernahme des Signals vom alten Subwoofer war alles, aber keine zufriedenstellende Lösung.

An dieser Stelle stand für mich fest: Mal eben so was verbessern ist nicht! Spätestens jetzt wurde mir klar, dass es mit Arbeit verbunden sein wird.

Jetzt, knapp 4 Monate später, habe ich dann doch noch alles rausgeholt was ging: Heute ist das gesamte Sound System nicht mehr wiederzuerkennen. Jeder, der es jetzt hört, glaubt nicht im entferntesten daran, dass das noch die selbe Anlage wie zuvor ist. Ein Unterschied wie Tag und Nacht, es war all die Mühe Wert! Was ich dafür getan habe? Keine Mühen gescheut und verhältnis wenig Geld investiert!

Eine vernünftige Dämmung sowie ein ordentliches Subwoofer Upgrade, ist alles was man(n) braucht, um deutlich mehr aus dem ASS rauszuholen!


2. Einkaufsliste (Dämmung)

Um ein sinnvolles Ergebnis der Dämmung zu erzielen, sollte man auf Billigware verzichten. Ich rate vor allem von billiger Paste sowie auch von reinem Bitumen ab. Ich arbeite seit Jahren mit Alubutyl der Marke Reckhorn und hab’s noch nie bereut. Preis/Leistung super, es lässt sich wunderbar verarbeiten und erzielt erhoffte Erwartungen auf ganzer Linie. Abgesehen vom Alubutyl benötigt man auch noch weiteres Dämmmaterial in Form von Vlies, Dämmschaummatten, sowie Butylrundschnur. Allgemeines Werkzeug, sowie auch ein Tool um die Verkleidung zu entfernen, versteht sich wohl von selbst. Man sollte zumindest ein solches Set zur Verfügung haben, sonst ist man aufgeschmissen.

In meinem A4 B9 Avant (Modelljahr 2017) habe ich gut 50kg Alubutyl verbaut, zuzüglich 4 Matten Dämmvlies sowie weitere 2 Dämmschaummatten, am Ende ging dann auch noch eine halbe Rolle Butylrundschnur von ca. 3 Meter drauf.

Preislich liegt man da bei ca. 215,00 EUR


3. Nötige Reparaturleitfäden (optional)

Ohne Reperaturleitfäden und vorhandenen Kenntnissen, ist man bei der Karosserie am neuen A4 B9 aufgeschmissen. Und da es sonst noch keine Fachbücher darüber gibt (wie z.B. „So wird’s gemacht“) und selbst im Netz immer noch recht wenig darüber bekannt ist, habe ich mir einfach über erWin Audi die ganzen Reperaturleitfäden besorgt. Für einen Tageszugang z.B. zahlt man dort knapp 35,00 EUR, findet dort aber dann auch wirklich alles was man braucht. Von diversen Anleitungen über das entfernen von Verkleidungen bis hin zu kompletten Stromlaufplänen. Einfach die FIN eingeben und suchen, speichern, ausdrucken, was man braucht. Das erleichtert die Arbeit unheimlich, sich sonst alleine durchzuprobieren, wo wie welche Verkleidung abgeht, wäre mir persönlich viel zu nervenraubend.


4. Anleitung zum Umbau (Dämmung)

Der Umbau der Dämmung nimmt die meiste Zeit in Anspruch. Ich habe dafür etwa zwei gesamte Tage in der Garage verbracht, hatte glücklicherweise sogar noch Hilfe bei dem ganzen Projekt und Vorhaben. Es folgte die nahezu fast komplette Zerlegung der Verkleidungen des Innenraums: Kofferraum, Heckklappe sowie an den Türen. Überall dort, wo Alubutyl verklebt wird, zuvor am besten sicherstellen, dass alles trocken ist, aschließend kräftig entfetten, z.B. mit Bremsenreiniger oder ähnlichen Hilfsmittel.

Ich habe mit den Türen begonnen. Zuerst die innere Türverkleidung entfernt und Lautsprecher ausgebaut. Anschließend zuerst die Tür innen, also durch die Aussparung vom Lautsprecher hindurch, die ganze Tür mit 2-3 Schichten Alubutyl verklebt. Am Schluss noch ein Stück DSM Schaummatte darüber. Achtung: Im inneren der Tür, also da wo die Scheibe läuft, keinesfalls Dänmmvlies einkleben! Denn das wird sich mit der Zeit mit Regenwasser vollsaugen und anfangen zu schimmeln/faulen. Deshalb die DSM Schaummatten, welche wasserabweisend sind. Lautsprecher einbauen und anschließend die Türinnenseite (also da wo die Steuergeräte sitzen und die Stecker angeschlossen werden) weiter nach belieben mit Alubutyl bekleben. Das selbe mit der „Türpappe“, also die Verkleidung, welche später wieder an die Tür kommt. Dort zuerst großzüging Alubutyl aufkleben und am Ende dann das Dämmvlies drüber. Nicht übertreiben und unbedingt darauf achten, die nötigen Aussparungen für Bowden-Zug (Türöffner) sowie Stecker für Steuergeräte und auch die Schrauböffnungen offen zu lassen.

Bei Fahrzeugen mit der tollen LED Ambiente-Beleutung in den Türen, zieht das ganze dann (leider) noch viel mehr Arbeit mit sich. Denn die Dinger rappeln am schlimmsten. Nach der ersten Dämmung der Türen und dem Soundcheck kam mir das kotzen, denn daran hatte ich nicht gedacht. Ehrlich gesagt hätte ich mir das auch niemals gedacht, wie lose und empfindlich diese Lichtleisten sind. Also nochmal alle Türverkleidungen ab und nacharbeiten. Genau dafür braucht man dann auch die Rolle Butylrundschnur, denn nur damit lässt sich wirklich gut und effektiv arbeiten. Bei allen Türen den oberen Lichtschlauch entnehmen, was wirklich etwas fummelige Arbeit ist und dann alle Klips „abkneten“, sodass am Ende nix mehr wackeln und vibrieren kann. Am Ende wieder einstecken und auch dann nochmal alle Haltenasen mit Butylrundschnur versehen. Ich hab dann, weil ich sowieso schon dabei war, noch den ein oder anderen Stecker mitgemacht, je mehr nicht mehr wackeln kann, umso besser.

Richtig Arbeit wartete dann auch noch im Kofferraum, welchen ich ebenfalls komplett zerlegt habe. Ich habe die gesamte C-Säule innen gedämmt, kommt man schön gut mit der Hand rein. Dort kann man dann das Dämmvlies verkleben, da dort kein Wasser reingelangt. Boden, Seiten sowie am Ende auch noch die komplette Heckklappe. Die bereits vorhandene „Werksdämmung“ (wenn man das denn wirklich so nennen kann) habe ich teilweise behalten und teilweise auch entfernt und durch neue ersetzt. Dies beim Bitumen (die Platten die überall „kleben“) sowie auch das Vlies. Reingepackt was ging, je mehr desto besser!

Ja, am Ende hatte ich dann gut 50kg Alubutyl verbaut, wodurch sich nun mein Leergewicht laut Fzg.-Schein auf 1.800kg erhöht hat. Aber keine Sorge, das macht sich überhaupt nicht bemerkbar, möchte es dennoch erwähnt haben.

Zum Schluss habe ich die letzte noch vorhandene DSM Dämmschaummatte in der Motorklappe verbaut. Einfach die dort vorhandene Verkleidung abklipsen, DSM Dämmschaummatte rein und wieder dran klipsen. Hat jetzt zwar weniger mit dem Sound zu tun, aber die Motor-Geräusche zum Innenraum wurden dadurch etwas geringer, wenn auch nur minimal. Schaden kann’s jedenfalls nicht.

Aktuell kämpfe ich noch mit zwei letzten kleinen Problemzonen bei der Vibration. Zum einen die vordere Deckenleuchte, welche auch ganz gerne vibriert (hält sich aber noch im Rahmen) sowie den inneren Türgriffen vorne. Dies aber wirklich nur, wenn viel Bass ist und es richtig bumst, was man mit dem Original-Subwoofer aber sowieso nicht erreicht, womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären…


5. Der verbaute Original-Subwoofer (passiv)

Der serienmäßig verbaute Subwoofer sitzt im Kofferraum, man findet ihn unter dem Kofferraumboden, bei mir unter dem Reserverad. Er sitzt direkt neben der Batterie und wird passiv von der Entstufe aus befeuert. Das Signal, welches der Subwoofer bekommt, durchläuft vermutlich bereits eine dafür vorgesehene Frequenzweiche, weshalb das dort eingespielte Signal sehr flach ist. Ich rate deshalb an dieser Stelle direkt davon ab, dieses Signal (Lautsprecherkabel am Subwoofer) keinesfalls für einen weiteren Subwoofer zu verwenden, da dies nur Nachteile mit sich zieht. Wie auch bereits zum Thema DSP geschrieben, ist auch das Subwoofer-Signal total verfälscht. Nicht nur die Tatsache, dass nur eine sehr niedrige Frequenz gegeben ist – nein – auch die Lautstärke ist praktisch „fake“.

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Im Grunde zeigt sich das so: Bis zu einer bestimmten Lautstärke macht’s der serienmäßige Subwoofer ganz gut mit, ab einer bestimmten Lautstärke ist dann aber Schluss. Kann man schön testen, wenn man ein Titel mit viel Bass spielt, je lauter man dreht, umso mehr Bass geht verloren. Trifft die Schuld vom DSP, ist aber bei diesem winzigen Ding gar nicht anders realisierbar. Der DSP vom ASS befeuert den Subwoofer je nach Lautstärke einfach immer weniger. Ehrlich gesagt ist das schon ganz gut, was aus dem kleinen Kasten raus kommt, aber es geht deutlich besser. Wer gerne laut Musik hört, kommt deswegen nicht um ein Upgrade drum herum.

Ich habe jedenfalls viel Zeit damit verbracht, diverse Einstellungen zu testen, Signale zu messen und Vergleiche aufzustellen. Ich kann nur dazu raten, den Subwoofer einfach so zu lassen, wie er ist. Auf keinen Fall auf die Idee kommen, hier einfach einen größeren passiven Subwoofer anzuklemmen, die Endstufe wird’s auf Dauer nicht mitmachen! ;-) Das Einzige was wirklich hilft, ist ein Upgrade.


6. Subwoofer Upgrade (aktiv)

Man kommt nicht drum herum, einen aktiven Subwoofer nachzurüsten, um gerade im unteren Frequenzbereich nachzuhelfen. Hier muss man natürlich den Kompromis eingehen, dass etwas Platz im Kofferraum verloren geht. Ich habe aus dem Grund diverse Modelle getestet und ausprobiert. Vor allem war mir wichtig, dass ich den Subwoofer schnell und einfach raus nehmen kann, sollte ich meinen Kofferraum dann doch einmal komplett brauchen. (Nebeneffekt: Der serienmäßige Subwoofer ist dann immer noch da)

Ich habe die folgenden drei aktiven Subwoofer getestet:

  1. Axton AXB20A ~ ca. 170,00 EUR
  2. Eton Move M12 – 400 A ~ ca. 180,00 EUR
  3. Hertz DBA 200.3 ~ ca. 210,00 EUR

Vorab: Letztendlich habe ich mich aus gutem Grund dann am Ende für den Hertz DBA 200.3 entschieden. Dieser gefiel mir vielerlei Hinsicht am besten, wenn er auch minimal teurer war als die anderen. Aber es kommt ja schließlich auf das Gesamtergebnis an.

Meine Wahl – Der Hertz DBA 200.3

  • Leistung: 140 W
  • Frequenzbereich: 32 – 400 Hz
  • Gewicht: 7,8 kg
  • Abmessungen: 293 x 330 x 263 cm

Der Subwoofer ist mit knapp 30cm nicht nur super kompakt, er sieht auch super aus. Auch das Design ist alles andere als auffällig und protzig, eher schlicht, was mir wirklich gut gefällt – vor allem im Vergleich zu den anderen. Er passt perfekt hinten in den Kofferraum, mittig plaziert fühlt er sich pudelwohl. Auch lässt er sich dort prima anschließen, dazu aber gleich mehr. Man darf den Kleinen auf keinen Fall unterschätzen, er hat es heftig in sich.

Wieso ausgerechnet diesen und keinen von den anderen? Also, der Axton war mir zu schwach, der ETON war dagegen klanglich zwar brutal, aber zu groß. Den Hertz empfand ich genau richtig! Das kann aber jeder selbst entscheiden. Der Hertz ist davon mal abgesehen aber auch der einzige, der mir kein „Plopp“ reinhaut, wenn ich die Zündung anschalte, im Gegensatz zu den anderen. Mir extra noch einen Kondensator dafür holen wollte ich nun wirklich nicht…

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Auch wenn es sich bei ihm nicht um einen üblichen Bass-Reflex-Subwoofer handelt, knallt er ganz gut und erzeugt ganz schön viel Dampf an Bass, sofern er richtig angeschlossen und mit Signal befeuert wird. Die AUTO-ON Funktion durch das High-Level-IN Signal arbeitet auch tadellos – ganz ohne Störgeräusche oder ähnliches. Was mir besonders gut bei ihm gefällt ist die Tatsache, dass er nur einen einzigen Stecker hat, woran später alles angeschlossen wird. Das macht’s super einfach, sollte man den Kofferraum einmal brauchen und man den Subwoofer super schnell abklemmen und entnehmen kann. Er passt wunderbar hinter die Rückbank, da die Hinterseite leicht schräg verläuft. Um sicher zu gehen, dass er nicht wild hin und her rutscht, habe ich die Unterseite einfach mit Klettband bearbeitet, damit steht er bombenfest und sicher – lässt sich bei Bedarf trotzdem herausnehmen.

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Einfach ein paar Klettstreifen aufkleben und zusätzlich festtackern, fertig.

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Hier ein Foto, wie er sich im Kofferraum macht.

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Ist der Subwoofer draußen, bleibt nur ein einziger Kabelstrang zurück.

Inbetriebnahme des neuen aktiven Subwoofers

Um einen neuen (aktiven) Subwoofer in Betrieb zu nehmen, bedarf es zuerst einmal an einigen Vorbereitungen, welche mit etwas Arbeit verbunden sind. Wir benötigen insgesamt drei Dinge: Stromversorgung, Masse sowie ein Stereo-Signal der Lautsprecher (High-Level-IN), um den Subwoofer zu sinnvoll betreiben. Da im Audi A4 B9 Avant die Batterie direkt im Kofferraum sitzt, ist die Stromversorgung (sowie einen nahen Massepunkt zu finden) gar kein Problem. Die meiste Arbeit ist, das benötigte Lautsprecher-Signal zu „besorgen“. Dafür habe ich mir zuerst einmal den Stromlaufplan besorgt. Nach einem Blick dort hinein stand schnell fest, dass ich das Signal am einfachsten auf jeder Seite (links und rechts) direkt vom Kabelbaum unter der B-Säule abgreifen werde, um so ein vollwertiges, unverfälschtes, Stereosignal zu erhalten, womit ich dann den neuen Subwoofer via High-Level-IN befeuere. Und zwar an der Stelle, an denen das jeweilige Lautsprecherkabel in die hinteren Türen verläuft.

Um an den nötigen Kabelstrang zu gelangen, muss die ganze Verkleidung ab! Und zwar von vorne bis hinten, alle Einstiegsleisten etc. müssen abgenommen werden. Wie das geht, kann man vorhandenen Reparaturleitfäden entnehmen, die ich mir dafür selbst besorgt habe.

Und dann gilt für beide Seiten: Zuerst einmal Gewebeband entfernen, totale Frickelarbeit! Dann die zutreffenden Farben ausfindig machen, zur Sicherheit noch einmal durchmessen und anschließend das neue Kabel anschließen. Dafür habe ich 2×0,75 mm² Lautsprecherkabel verwendet. Man sollte das auf jeden Fall gut verlöten und ggfs. mit Schrumpfschlauch oder Isolierband isolieren, anschließend den gesamten Kabelbaum zusammen mit den neuen Kabeln wieder schön mit Tesa Gewebeband umwickeln, fertig. Das neue Kabel dann einfach am Kabelstrang nach hinten in den Kofferraum verlegen.

Etwas Grundwissen zwecks der richtigen Verpolung (+/-) etc. sei nun mal vorausgesetzt, tut mir leid wenn ich das nun nicht alles im Detail erläutere. Sollte man sich damit überfordert fühlen, rate ich dazu sich jemandem vom Fach als Hilfe zu holen.

Links (Fahrerseite)
BRAUN-VIOLETT (+)
GRÜN (-)
Rechts (Beifahrerseite)
BLAU-WEISS (+)
SCHWARZ (-)

Hier ein paar Fotos wie das bei mir aussah, um das etwas zu verdeutlichen:

Der schwierigste Teil wäre also geschafft. Was jetzt noch fehlt, ist die Stromversorgung sowie die Masse. Um die Stromversorgung sauber zu verlegen, ziehen wir ein Kabel direkt zur Batterie, welches wir mit einer 20A Sicherung absichern. Für die kurze Strecke reicht ein 4mm² Kabel vollkommen aus.

Insgesamt benötigt man für den gesamten Anschluss folgendes:

Den Sicherungshalter mit Schutzkappe schließen wir direkt an der Batterie (+) an, wofür sich Kabelschuhverbinder mit der Ringöse perfekt eignen. (Man könnte es nun auch an einem der vorhandenen Sicherungsträger anklemmen, kann man machen wie man will, Ergebnis wäre in beiden Fällen gleich.) Von dort dann die restliche Fahrzeugleitung (4mm) bis zum Subwoofer verlegen. Das selbe Spiel dann mit der Masse. Ich rate aber dazu, die Masse (-) nicht direkt an der Batterie, sondern eher an einem im Fahrzeug befindlichen Massepunkt anzuschließen. Findet man zum Beispiel direkt rechts neben der Batterie am Boden und an zisch anderen Stellen.

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Ich habe bei mir die Kabel der Stromversorgung am Unterboden verlegt, zuerst also alles aus dem Kofferraum ausgebaut, sodass man später kein einziges Kabel sehen wird.

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Am Ende dann an der Stelle, wo der Subwoofer stehen wird, die Kabel zusammen führen und mit den Steckern vom Subwoofer verbinden, das war’s. Ich hab am Ende den gesamten Stecker mit allen Kabel noch schön mit Gewebeband isoliert.

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Ist der neue Subwoofer angeschlossen und funktioniert, kann man ihn nun beliebig nach Wunsch einstellen. Damit habe ich Stunden verbracht, bis er erst einmal eingespielt war (dauert gut 5-10 Stunden) und ich am Ende meine richtigen Einstellungen gefunden habe. Vor allem in Kombination mit den Einstellungen am MMI. Gar nicht so leicht, aber am Ende knallt’s genau so wie ich’s wollte, schöner dumpfer Bass, ohne dass alles rappelt oder es verzerrt klingt. Genau so, wie ich mir das gewünscht und erhofft hatte.

Die Sache mit dem Subwoofer Upgrade macht meiner Meinung nach aber nur Sinn, wenn zuvor gedämmt wurde, sonst würde wohl alles nur noch mehr rappeln und virbrieren ;)

Insgesamt viel Arbeit, ich weis. Das abgreifen vom Kabelbaum und das ziehen der neuen Kabel schreckt ab, viele möchten sich diese Arbeit sicherlich sparen. Aber nur so erreicht man ein wirklich gutes Ergebnis! Ich habe in diversen Foren und Communitys bereits gelesen, dass manche einfach das Signal vom Original-Subwoofer in den neuen Subwoofer abgegriffen haben. Kann man machen, ist dann aber scheisse. Weil der neue aktive Subwoofer dann ein viel zu verfälschtes Signal erhält. Und zu 99% hat man bei mittlerer Lautstärke extrem viel Bass, bei höhrer Lautstärke klingts dann aber nur noch mies und total verzerrt.


7. Schlusswort/Fazit

Für insgesamt knapp 450,- EUR und jede Menge Arbeit in Eigenleistung habe ich es geschafft, dass mein ASS traumhaft klingt! Ich erreichte mit dem gesamten Umbau nahezu mein altes Bose-Niveau. Einzig und alleine war in meinem alten Audi A3 8P der Druck insgesamt kräftiger, aber dieser war auch vom Volumen her deutlich kleiner als der A4 Avant. Insgesamt bin ich mehr als zufrieden, ich habe mir jede Menge Geld gespart und konnte durch Eigenleistung (mal wieder) sehr viel leisten.

Wer Probe hören möchte, darf sich gerne bei mir melden! :o) Bei Tracks wie The Prodigy – Invisible Sun macht das echt Spass, wenn einfach nix vibriert und der Klang auch wirklich nach etwas klingt, was zuvor nie möglich gewesen wäre!

Jeder, der auch mit dem ASS unzufrieden ist, dem kann ich’s nur empfehlen. Aber bloß nicht auf die Idee kommen, um bei sich im Fahrzeug das B&O-System nachzurüsten, solltet ihr warum auch immer mal an die Lautsprecher kommen. Es ist nicht nur damit getan, hier und da einen Lautsprecher zu tauschen, ihr müsst überall neue Laustprecher verbauen, Kabel ziehen, Endstufe austauschen, codieren und und und. Dann lieber doch vom HiFi-Spezi umbauen lassen – oder wie ich, auf vorhandene Basis aufbauen, um das Beste rauszuholen.

Ach ja, noch am Rande erwähnt: Der Sound vom ASS nach Dämmung und dem Subwoofer-Upgrade klingt insgesamt besser wie der B&O-Sound. Ich denke, wenn man die Dämmung und ggfs. ein Subwoofer-Upgrade auch am B&O-System vornimmt, kann man da auch noch deutlich mehr rausholen!

Viel Spass und Erfolg bei eurem Umbau, hoffe euch hilft’s. Bei Fragen stehe ich gerne jederzeit zur Verfügung.

P.S. Danke an Anja, für die Hilfe beim dämmen! :-*

6 Gedanken zu „So geht’s: Audi A4 B9 Avant – Audi Sound System (ASS) verbessern – Dämmung und Subwoofer Upgrade“

  1. Klingt Super !!
    habe meinen A4 jetzt erst seit 3 Wochen, aber dein Projekt ist eine super Verbesserung.
    Kannst du Dir vorstellen, das bei meinem auch einzubauen?

    viele Grüße
    Siggi

  2. Hallo,

    vielen Dank für Ihren ausführlichen Bericht. Ich werde die Türen meines A4 B9 (Limo) in den nächsten Tagen dämmen. Wie genau ich die Türverkleidung abbauen muss, weiß ich noch nicht. Von daher die Frage, ob Sie mir die Anleitung zur Demontage der Verkleidungen per Email zulassen kommen können.

    Mit freundlichen Grüßen

    S. D.

  3. Hallo mein Herr,

    Ich entschuldige mich für mein schlechtes Deutsch, ich bin ein Holländer.

    Wenn das Signal von den hinteren Lautsprechern weggenommen wird, liefert das dann ein gutes 100% Signal für den Subwoofer?
    Also ohne Störung der Standard-DSP von ASS ( lauter man dreht, umso mehr Bass geht verloren. Trifft die Schuld vom DSP. Der DSP vom ASS befeuert den Subwoofer je nach Lautstärke einfach immer weniger.)

    Sind die hinteren Lautsprecher noch verwendbar, nachdem das Signal für den Subwoofer verwendet wurde?

    Vielen Dank für Ihre Antwort.

    Grüßen,

    Jacobs

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